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Der Vierfarbdruck
Bisher habe ich hauptsächlich sehr allgemein über das Drucken und Kopieren gesprochen. Bei vielen Erklärungen habe ich mich einfach auf das Drucken mit einer Farbe beschränkt. Die meisten von Ihnen werden aber auch farbig drucken und kopieren.
Prinzipiell ist die Übertragung der Farbe auf den Bedruckstoff identisch dem Schwarz-Weiß-Druck. Der Unterschied besteht in der Tatsache, daß vier Farben passend übertragen werden müssen. Die Frage die sich dabei stellt, ist, wo kommt welche Farbe hin.
Wichtig
Zum Verstehen des Prinzipes sollten Sie etwas Ahnung von Farben haben. Begriffe wie "Komplementärfarbe" sollten bei Ihnen keinen fragenden Gesichtsausdruck hervorrufen. Wenn doch, empfehle ich Ihnen den Bereich "Licht und Farbe" auf meiner Site (ebenfalls als Download verfügbar), dort werden die Grundlagen vermittelt.
Einführung
Jedes farbige Bild, das gedruckt werden soll, wird in der Regel durch das entsprechende Mischen der Farben Cyan, Magenta und Gelb gedruckt. Schwarz spielt dabei eine Sonderrolle und gleicht die Tatsache aus, daß Cyan, Magenta und Gelb zusammen gemischt in der Realität eben kein Schwarz ergeben, wie es theoretisch sein sollte.
| Im Glossar: |
| Autotypische Farbmischung amplitudenmoduliert frequenzmoduliert Farbauszug Rasterwinkel |
Aber woher stammt die Information, welche Farbe gedruckt werden soll? Diese entsprechenden Informationen müssen aus dem Ausgangsbild wortwörtlich rausgefiltert werden. Der klassische Weg dazu war, die Vorlage mit entsprechenden Filtern in den Farben Rot, Grün und Blau abzuphotographieren. Mittlerweile wird dies rechentechnisch erledigt. Das Verfahren ist auch dasselbe, wenn Sie ein farbiges Photo ausdrucken wollen. Die Auszüge werden dann eben rechentechnisch erstellt.
Prinzip
Man macht sich dabei das Prinzip der Komplementärfarbe zunutze. Ich erläutere das mal am Beispiel einer cyan-farbenen Fläche in der Vorlage. Cyan besteht aus den Lichtfarben Blau und Grün.
Man
photographiert nun diese Fläche zuerst mit einem blauen Filter
– wobei die Reihenfolge der Filter tatsächlich egal ist.
Dieser läßt nur den Blauanteil der Vorlage durch. Blau
ist vorhanden, der Negativ-Film wird an dieser Stelle
geschwärzt. Man verwendet allerdings entweder einen Dia-Film
oder kopiert das Negativ später um. Das Resultat ist dasselbe:
Die entsprechende Stelle ist nicht geschwärzt. Diesen so
erhaltenen Film nennt man Auszugsfilm. Nun photographiert man
dieselbe Stelle mit einem grünen Filter. Auch das Grün
ist im Cyan enthalten, das Negativ ist geschwärzt, das Dia
nicht.
Als letztes macht man nun eine Aufnahme mit einem roten Filter. Rot ist in Cyan nicht enthalten, das Negativ ist also hier nicht geschwärzt, das Dia allerdings schon. Gedruckt wird nun immer an den Stellen, an denen das Dia geschwärzt ist. Das Dia, welches mit dem blauen Filter erstellt wurde, druckt Gelb, das Grünauszugs-Dia druckt Magenta und das Rotauszugs-Dia druckt Cyan. Als Regel kann man formulieren: Jedes Dia erstellt die Vorlage für die Farbe, die zu der des verwendeten Filters komplementär ist.
| Roter Filter | druckt Cyan |
| Grüner Filter | druckt Magenta |
| Blauer Filter | druckt Gelb |
Das Rotauszugsdia ist nun
das einzige, das an der entsprechenden Stelle geschwärzt ist
und Cyan druckt. Man erhält damit wieder den Farbton, der im
Ausgangsbild vorhanden war. Folgende Zeichnung verdeutlicht dies
nochmal für alle Farben. Um es zu ermöglichen, auf einen
Blick zu sehen, welches Auszugsdia anschließend für den
Druck welcher Farbe zuständig ist, habe ich die Felder
entsprechend eingefärbt. Logischerweise können auch die
Dias und Negative nur entweder geschwärzt sein, oder eben
nicht.
Dies funktioniert natürlich auch, wenn Mischfarben im Orginal vorhanden sind. In diesem Fall werden die entsprechenden Stellen gerastert um die notwendige Flächendeckung zu erhalten.
Die folgende Aufstellung zeigt ein Orginalphoto mit den entsprechenden Auszugsdias und einige Kombinationen davon.
![]() Orginal |
|||
![]() Cyan |
![]() Magenta |
![]() Gelb |
![]() Schwarz |
![]() Cyan + Magenta |
![]() Cyan + Gelb |
![]() Cyan + Magenta + Gelb |
![]() Cyan + Magenta + Gelb + Schwarz |
Der Rasterwinkel
Wie bereits weiter oben
erklärt, müssen Graustufen für den Druck in kleine
Punkte zerlegt werden, um den gewünschten Graueindruck zu
erreichen. Die sogennante Rasterlaufweite habe ich bereits
angesprochen, jetzt möchte ich auf einen weiteren Parameter
eingehen, den Rasterwinkel. Den Rasterwinkel erhalten Sie, wenn Sie
die Mittelpunkte der einzelnen Rasterpunkte mit einer Linie
verbinden. Der Rasterwinkel ist dann der Winkel zu
Horizontalen.
Druckt man nun die vier Raster der einzelnen Farben übereinander ist es notwendig, für jede Farbe einen anderen Winkel zu verwenden, da sonst ein Interferenzmuster, ein sogenanntes Moirée, entsteht. Die einzelnen Punkte kommen sich bei der Darstellung der Farbe einfach "in die Quere". Die Aussage "Zwei Raster übereinander ergeben ein Moirée" gilt übrigens auch für Ihren Scanner, nämlich dann wenn Sie bereits gerasterte Vorlagen scannen. Auch hier haben Sie den Raster der Vorlage und den des Scanners. Mit demselben Resultat.
Aber auch unter Verwendung der entsprechenden
Winkel kann es sein, daß sich störende Muster bilden.
Beispielsweise in sehr homogenen Flächen sogenannte
Rosetten.
Abhilfe kann hier schaffen, die Rasterlaufweite entsprechend zu erhöhen. Oder aber, man verwendet anstelle des amplitudenmodulierten Rasters einen frequenzmodulierten Raster.
Da ein Tintenstrahldrucker einen solchen verwendet, werden Sie bei solchen Ausdrucken keinerlei Probleme mit Moirées und Rosetten haben.







